Fünf neue Exzellenzuniversitäten
Deutschland erweitert seine Spitzenforschung
Fünf neue Standorte steigen in die höchste Förderliga der deutschen Hochschullandschaft auf. Ab 2027 tragen damit insgesamt 15 Universitäten und Hochschulverbünde den Titel “Exzellenzuniversität”.
Die neuen Exzellenzstandorte im Porträt
Fünf neue Exzellenzstandorte hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) Anfang Oktober 2026 ausgezeichnet: die Universitäten Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Hochschulverbünde. Ab 2027 zählen damit insgesamt 15 Universitäten und Verbünde zur deutschen Exzellenzförderung und stehen somit auch im besonderen Fokus von gezieltem Hochschulmarketing. Im Folgenden stellen wir die neuen Exzellenzstandorte im Einzelnen vor und gehen auf ihr Forschungsprofil, ihren Studierendenzahlen und ihrer Position in der deutschen Hochschullandschaft ein.
Verbund Ruhr Innovation Lab
Mit der RUB und der TU Dortmund bündeln zwei Ruhrgebiets-Universitäten ihre Kräfte: Die Ruhr-Universität Bochum, gegründet 1962, zählt rund 38.900 Studierende und gehört zu den Pionieren der deutschen Großforschungsuniversitäten der Nachkriegszeit. Besondere internationale Sichtbarkeit hat sich Bochum in der IT-Sicherheitsforschung erarbeitet – mit dem Exzellenzcluster CASA zählt die zu den führenden Adressen für Cybersicherheit in Europa.
Die Technische Universität Dortmund, 1968 gegründet, bringt rund 30.000 Studierende mit und punktet im WiWo-Ranking besonders in den Bereichen Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Elektrotechnik. Dortmund gilt zudem als eines der deutschen Zentren der Logistikforschung, nicht zuletzt durch die enge Anbindung an das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Gemeinsam positioniert sich das “Ruhr Innovation Lab” als Antwort auf den Strukturwandel der Region: von der Montanindustrie zur Hightech-Schmiede.
Verbund Rhein-Main-Universitäten
Mit der TU Darmstadt, der Goethe-Universität Frankfurt und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ergatterten drei Universitäten im Verbund den Exzellenz-Status: Die TU Darmstadt (gegründet 1877, rund 24.000 Studierende) gilt als eine der forschungsstärksten technischen Universitäten Deutschlands und schneidet im WiWo-Ranking in gleich fünf Fachbereichen unter den Top 10 ab. Als Mitglied im TU9-Verbund der führenden deutschen technischen Universitäten zählt Darmstadt zudem zur nationalen Spitze in der IT-Sicherheitsforschung.
Die Goethe-Universität Frankfurt (gegründet 1914, rund 41.000 Studierende) überzeugt besonders in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften und profitiert von der unmittelbaren Nähe zum Finanzplatz Frankfurt, unter anderem durch das renommierte House of Finance.
Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz rundet den Verbund als traditionsreiche Volluniversität mit breitem Fächerspektrum ab und hat sich zuletzt auch als Life-Science-Standort profiliert – nicht zuletzt durch die Nähe zum Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech. Zusammen bilden die drei Universitäten einen der größten universitären Ballungsräume Deutschlands.
Universität Freiburg
Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, gegründet 1457, zählt zu den ältesten und zugleich renommiertesten Universitäten Deutschlands. Sie belegt in nahezu allen gängigen Hochschulrankings Spitzenpositionen und ist besonders stark in den Lebens- und Naturwissenschaften sowie in der Rechtswissenschaft. International sichtbar ist Freiburg zudem in der Mikrosystemtechnik, unter anderem durch das Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK), sowie in der Umwelt- und Forstwissenschaft – ein Forschungsschwerpunkt, der eng mit der Lage am Rande des Schwarzwalds verknüpft ist. Auch die Universitätsmedizin Freiburg zählt zu den größten und leistungsstärksten Uniklinika Deutschlands. Die Lage am Rande des Schwarzwalds macht die Universitätsstadt Freiburg zudem zu einem der beliebtesten Studienorte im Südwesten.
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Die 1558 gegründete Universität Jena verbindet eine lange humanistische Tradition – benannt nach dem Dichter und Denker Friedrich Schiller – mit einer ausgeprägten naturwissenschaftlichen Forschungsstärke, insbesondere in der Optik und Photonik, einem Bereich, in dem die Stadt Jena traditionell eine führende Rolle in Deutschland einnimmt. Diese Stärke ist eng mit der industriellen Geschichte der Stadt verknüpft: Unternehmen wie Carl Zeiss und Schott prägen bis heute den Photonik-Standort Jena. Mit rund 16.500 Studierenden ist die Universität Jena deutlich kompakter als die übrigen neuen Exzellenzstandorte, punktet dafür aber mit besonders guten Betreuungsrelationen. Auch in der Mikrobiologie und Infektionsforschung hat sich die Universität international einen Namen gemacht. Sie gilt als wichtigster Wissenschaftsmotor Thüringens.
Universität zu Köln
Mit rund 47.000 Studierenden und einer Gründung im Jahr 1388 ist die Universität zu Köln die zweitälteste Universität Deutschlands nach Heidelberg. Im WiWo-Ranking belegt sie Top-10-Plätze in Wirtschaftsinformatik, BWL, VWL und Jura – und ist damit traditionell eine der stärksten Adressen für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften im Land. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät (WiSo-Fakultät) zählt zu den größten ihrer Art in Europa und prägt das wirtschaftswissenschaftliche Profil der Universität maßgeblich. Auch die Universitätsmedizin Köln gehört mit ihrem Uniklinikum zu den größten und forschungsstärksten medizinischen Standorten Deutschlands. Damit deckt die Universität zu Köln am Hochschulstandort Köln ein außergewöhnlich breites Fächerspektrum ab – von den Wirtschaftswissenschaften über die Medizin bis zu den Geisteswissenschaften.
Diese zehn Standorte sind bereits länger Exzellenzuniversitäten
Zehn Exzellenzuniversitäten haben sich im Evaluationsverfahren der Exzellenzstrategie bewährt: Sie behalten ihren Status und werden ab 2027 für weitere sieben Jahre gefördert. Diese Standorte zählen bereits seit Jahren zur deutschen Spitzenforschung. Im Folgenden stellen wir sie im Einzelnen mit ihrer Geschichte, ihren Studierendenzahlen und ihrer Position in nationalen und internationalen Rankings vor.
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen)
Gegründet 1870, heute rund 47.300 Studierende. Die RWTH Aachen gehört laut WiWo-Ranking zu den Top 10 Universitäten gleich in sechs Fachbereichen – von Informatik über Wirtschaftsingenieurwesen bis Elektrotechnik. Als eine der größten technischen Universitäten Europas ist sie fest im internationalen THE-Ranking (Platz 92) verankert.
Verbund Berlin Alliance
Drei traditionsreiche Berliner Universitäten, ein gemeinsamer Exzellenzstatus: Die Humboldt-Universität (gegründet 1810) und die Technische Universität Berlin (gegründet 1879) stehen für die preußische Universitätstradition, die Freie Universität Berlin wurde 1948 als demokratische Gegengründung in Westberlin ins Leben gerufen. Zusammen zählen die drei Universitäten über 108.000 Studierende und decken praktisch das gesamte Fächerspektrum ab – von Ingenieurwissenschaften über Jura bis zur Informatik, mehrfach mit Top-10-Platzierungen im WiWo-Ranking.
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Gegründet 1818, mit rund 36.600 Studierenden ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eine der größten Universitäten Deutschlands. Im THE-Ranking belegt die Universität Bonn Platz 89 weltweit, im WiWo-Ranking gehört sie zu den Top 10 in Volkswirtschaftslehre und Jura.
Technische Universität Dresden
1828 gegründet, heute mit rund 29.300 Studierenden ist die TU Dresden eine der forschungsstärksten technischen Universitäten im Osten Deutschlands. Sie gehört laut WiWo-Ranking gleich in fünf Bereichen zu den Top 10 – von Wirtschaftsinformatik bis Elektrotechnik – und ist eng mit dem Hightech-Standort “Silicon Saxony” verzahnt.
Universität Hamburg
Gegründet 1919, mit rund 41.800 Studierenden ist die Universität Hamburg eine der größten Universitäten Deutschlands. Im THE-Ranking erreicht sie Platz 132, im WiWo-Ranking Top-10-Plätze in Wirtschaftsinformatik, BWL, VWL und den Naturwissenschaften.
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Gegründet 1386, ist die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg die älteste Universität Deutschlands. Mit rund 29.500 Studierenden und Platz 47 im THE-Ranking (national Platz 3) gehört sie zu den international sichtbarsten deutschen Universitäten, mit besonderen Stärken in Jura und den Naturwissenschaften.
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Entstanden aus der 1825 gegründeten Technischen Hochschule Karlsruhe, zählt das KIT heute rund 21.800 Studierende. Es gehört im WiWo-Ranking zu den Top 10 in Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau und Elektrotechnik und erreicht international Platz 166 im THE-Ranking.
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
Gegründet 1472, mit rund 53.600 Studierenden eine der größten und renommiertesten Universitäten Deutschlands. Im THE-Ranking belegt sie Platz 34 weltweit (national Platz 2) und punktet im WiWo-Ranking unter anderem mit Rang 1 in BWL, VWL und Jura.
Technische Universität München (TUM)
1868 gegründet, mit rund 54.000 Studierenden ist die TU München die größere der beiden Münchner Exzellenzuniversitäten. Die TUM erreicht international Platz 27 im THE-Ranking (national Platz 1) und belegt im WiWo-Ranking mehrfach den ersten Platz – etwa in Wirtschaftsinformatik, Maschinenbau und Elektrotechnik.
Eberhard Karls Universität Tübingen
Gegründet 1477, mit rund 28.200 Studierenden ist die Eberhard Karls Universität Tübingen eine der traditionsreichsten Universitäten Baden-Württembergs. Sie erreicht Platz 100 im THE-Ranking und ist bekannt für ihre Forschungsstärke in den Geistes- und Lebenswissenschaften.
Quellen:
Studierendenstatistik des Statistischen Bundesamtes, WS 2024/25
Absolventenstatistik des Statistischen Bundesamtes, PJ 2024
Hochschulranking der WirtschaftsWoche 2024
Exzellenzhochschulen: https://www.deutschland.de/de/topicwissenuniversitaet-und-forschung/exzellenzuniversitaeten-in-deutschland-im-ueberblick
Gründungsjahr, Standorte und Anzahl der Mitarbeitenden: Homepages der Hochschulen
Times Higher Education Word University Ranking 2026

